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N . E . W . S 


Berichte aus dem Vereinsleben:

 

Veranstaltungskalender.

 

Veranstaltungen der Spennstobb

 

Aktivitäten des Vereins

Flurnamenwanderung am 28.4.2012

Schorbmous einschneiden

Ausflug nach Speyer am 8. 10. 2011

Spennstobb am 25. August

25 Jahre Markt

Vorstand in Hachenburg

Termine im April

Vortrag über alte Gesetze

Vortrag über die Ulmtalbahn

Schorbmous einschneiden

Spennstobb im Juni

Schorbmous-Essen

Flurnamenvortrag am 5. November

Herbstfest am 10. Oktober

Woll- und Krammarkt am 5. Juli

 

Flurnamenwanderung mit Wolfgang Donner

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Jedes Jahr lädt der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein zu einer Flurnamenwanderung im Frühjahr ein. Wolfgang Donner kennt sich mit den alten Flurnamen, wie sie vor der Flurbereinigung üblich waren, sehr gut aus und kann auch die meisten Dialektausdrücke im heimischen Platt erklären. An diesem Samstag konnte der Vorsitzende Martin Kröckel wieder eine größere Wandergruppe begrüßen, diesmal am ehemaligen Backhaus in Rodenberg. Wolfgang Donner führte die Gruppe entlang der Gemarkungsgrenze zwischen den beiden Dörfern Beilstein und Haiern, die auch bis ins 19 Jahrhundert bis auf wenige Unterbrechungen die Landesgrenze zwischen den beiden Herrschaften Nassau-Dillenburg und Nassau-Beilstein, später Nassau-Diez gewesen war. Heute ist die Gemarkungs- und ehemalige Landesgrenze nicht mehr leicht zu erkennen, weil sich Wiesen und auch Wald oder Hecken auf der ganzen Fläche erstrecken und selbst die ehemaligen Wege, die die Flurstücke begrenzten, teilweise zugewachsen sind. Nur noch an den Grenzsteinen, soweit sie nicht ganz zugewachsen sind, kann man die einzelnen Parzellen erkennen. Früher wusste jeder genau, in welchem Flurstück wer wieviel Land besaß, aber heute in Zeiten der Satellitennavigation kann man ohne großen Aufwand jedes Stück zentimetergenau finden.
Zum Glück wurde schon um 1930 ein Projekt gestartet, bei dem die Dorfschullehrer aufgefordert waren, die alten Flurnamen im heimischen Dialekt aufzuzeichnen. Diese Listen und alte Karten helfen heute weiter, wenn es um alte Flurnamen geht. Diese Namen waren oft sehr genaue Beschreibungen der Qualität, der Nutzung und der Besitzverhältnisse. Namen wie Triesch beschreiben schlechtes Land, das oft mehrere Jahre brach liegen musste, ehe es wieder Ertrag brachte. Seifen waren nass Wiesen mit Quellen und sumpfigen Stellen, aus denen Wasser floss, mit Struth bezeichnete man oft nasse oder steinige Buschwälder mit geringem Ertrag. Begriffe wie Flachsacker erklären sich selbst und Hermes-Wiese gehörte der Familie Hermann - mundartlich Hermes genannt.
Auf dem Rundweg zwischen Haiern und Rodenberg gab es eine guten Überblick über große Teile der beiden Gemarkungen mit den entsprechenden Erläuterungen von Wolfgang Donner und etlichen älteren Mitwanderern, die noch genau wussten, wie die einzelnen Stücke vor der Flurbereinigung hießen und wie sie genutzt wurden.

 

Schorbmus einschneiden in Simons Haus

"Wer im Sommer Kappes klaut, hat im Winter Sauerkraut"; sagt ein etwas boshaftes Sprichwort. Das hat die Beilsteiner Spennstobb nicht nötig, denn sie bekommt jedes Jahr reichlich Kraut gespendet. Die Arbeit aber bleibt, denn wer im Winter wieder Schorbmus essen möchte, der muss im Herbst viel Kraut in die Steinguttöpfe einlegen. Diese Arbeit ist für Donnerstag den 13. Oktober vorgesehen. Um 17 Uhr treffen sich hoffentlich - hoffentlich – möglichst viele freiwillige Helferinnen und Helfer, um das Kraut klein zu schneiden und mit Salz in die Steinguttöpfe einzustampfen. Dazu sind auch etliche starke Männer als Helfer erwünscht, denn das Kraut muss möglichst dicht und ohne Lufteinschlüsse in die Gefäße eingedrückt werden, damit es im kühlen Keller eine ordentliche Milchsäuregärung durchläuft und nicht verdirbt.
Da im letzten Jahr die ca. 140 Portionen Schorbmous in kurzer Zeit alle weg waren, wird in diesem Jahr sicher nicht weniger Kraut verarbeitet. Dafür werden viele fleißige Hände gebraucht. Da aber die Arbeit auch durstig macht und die Spennstobb ja auch immer eine gesellige Veranstaltung ist, wird es sicher auch in diesem Jahr keine "trockene" Arbeit werden. Die Spennstobb des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins hofft, dass möglichst viele Helfer, nicht nur die üblichen Vorstandsmitglieder, zum Schorbmous Einschneiden zu Simons Haus in der Westerwaldstraße kommen.

 

 

Spennstobb am 25. August
Vortrag über das Herbstlabyrinth

 

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Wenn die Spennstobb des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins zu Vorträgen einlädt, kommen gewöhnlich auch viele Besucher aus anderen Orten, denn dann geht es immer um interessante Themen. So war auch am Donnerstag Abend der Saal der Gaststätte Held bis auf den letzten Platz besetzt als Maximilian Thomas über das Breitscheider Höhlensystem "Herbstlabyrinth-Adventshöhle" berichtete. Unterstützt von Joel Thielmann an der Technik zeigte er eine Präsentation des Vereins "Zeitsprünge" die er durch eigene Bilder ergänzt hatte. Trotz seiner Jugend, er bereitet sich derzeit auf sein Fachabitur vor, leitet er auch Führungen in Hessens größter Schauhöhle und hat sich ein beachtliches Fachwissen angeeignet.

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Im ersten Teil seines Vortrages ging Maximilian Thomas auf die Erforschungsgeschichte und die Entstehung der Höhlen ein. Im Perm war die Gegend um Breitscheid von Meer bedeckt und zwischen Erdbach und Langenaubach erstreckte sich ein Korallenriff. Dieses Riff wurde im Lauf der Jahrmillionen durch geologische Vorgänge wie Hebungen und Vulkanismus zusammen grdrückt und bildet nun eine große Masse fast reinen Kalkes, der auch zwischen Erdbach und Medenbach abgebaut wird. Bei Sprengungen in diesem Steinbruch wurde 1993 zuerst die Adventshöhle und 1994 das Herbstlabyrinth angeschnitten. Diese beiden Höhlen stehen in Verbindung und bilden mit einer Gesamtlänge von 6400 meine der längsten Höhlen Deutschlands. Entstanden sind die Höhlen dadurch, dass über sehr lange Zeiten Wasser mit gelöster Kohlensäure in die feinen Risse und Spalten des massiven Kalksteines eindrang und ihn langsam auflöste. Wenn der Wasserstand in den Hohlräumen sank, weil es einen Abfluss fand und zu wenig Wasser nachfloss, dann entstanden Hohlräume, bei denen das lose Material so lange abbrach, bis die Höhlen stabil waren. Deshalb entstehen solche Karsthöhlen immer von oben nach unten. Am Erdbach kann man solche Vorgänge beobachten. Er verschwindet in Breitscheid mit 40 Liter/Sekunde und kommt in Erdbach mit 80 L/Sek wieder zu Tage, was zeigt, dass es unterirdische Zuflüsse aus anderen Hohlräumen gibt. Nachdem zuerst nur Höhlenforscher mit Spezialausrüstung dieses Höhlensystem begehen und erforschen konnten, entstand der Verein Zeitsprünge mit dem Ziel, wenigstens einen Teil der wunderbaren Tropfsteinhöhle für Besucher zugänglich zu machen. Nachdem zuerst nur Höhlenforscher mit Spezialausrüstung dieses Höhlensystem begehen und erforschen konnten, entstand der Verein Zeitsprünge mit dem Ziel, wenigstens einen Teil der wunderbaren Tropfsteinhöhle für Besucher zugänglich zu machen. Mit großem Aufwand wurde die große Halle des Herbstlabyrinthes durch einen Stollen und Treppen für Besucher zugänglich gemacht und eine aufwändige LED-Beleuchtung installiert. Diese Beleuchtung hat mehre Vorteile: Man kann die Strukturen gezielt beleuchten und die LED Lampen erzeugen keine Hitze, so dass es nicht zur Bildung von Moosen und anderen pflanzlichen Belägen auf den filigranen Sinterstrukturen kommt. Die große Halle ist nur eine von vier Ebenen und der einzige Bereich, der allgemein zugänglich ist, wenn auch nur in geführten Gruppen. Die anderen Bereiche des Höhlensystems sind den Speläologen und anderen Fachwissenschaftlern vorbehalten.

 

Woll-und Krammarkt 2011

 

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Vor genau 25 Jahren, im Sommer 1986 richtete der Heimat und Geschichtsverein Beilstein den ersten Woll- und Krammarkt der Neuzeit aus. Seit dem Mittelalter hatte Beilstein Stadt- und Marktrechte, die aber nach dem dreißigjährigen Krieg erloschen. Nur der Wollmarkt an Johanni hielt sich bis ins 18. Jahrhundert. Rund zweihundert Jahre nach dem letzten Beilsteiner Markt brachte der Heimat- und Geschichtsverein die Idee wieder zum Leben, einen eigenen Markt abzuhalten. Deshalb liegen die Marktrechte auch beim Verein, der jedes Jahr mit einer Menge ehrenamtlicher Helfer diesen Markt durchführt. Von Anfang an wurde der Markt mit einem Marktsegen bzw. einem Marktgottesdienst und einem Trompetensignal eröffnet. Ebenso gehört es zur Tradition des Marktes, dass nicht nur die üblichen Verkaufsstände aufgebaut werden sondern die örtlichen Vereine auch immer für Verpflegung von süß (Kuchen, Waffeln) bis herzhaft (Schnitzel, Bratwurst) sorgen. Der Heimat- und Geschichtsverein bietet traditionsgemäß als Westerwälder Spezialität Eierkäs und "Haierener Vertel" - eine beeindruckende Portion Fleischwurst mit Brot - an.
Zur Tradition ist es auch geworden, jeweils eine Sonderschau aufzubauen. Das reichte von alten Motorrädern oder Landmaschinen bis hin zu historischen Fotographien. Seit einigen Jahren wird der Markt unter einem bestimmten Thema gestaltet. In diesem Jahr ist es der Bauerngarten. Die Gärtnerei Enners hat sich wieder etwas einfallen laßen und wir dürfen gespannt sein, was in diesem Jahr den Basaltbrunnen im Park zieren wird. Auch sonst sind die Schwerpunkte auf Stände ausgerichtet, die sich mit diesem Thema befaßen. Dazu kommen etliche Händler, die fast seit dem ersten Markt jedes Jahr wieder kommen, weil ihnen der zwar nicht riesengroße, aber sehr familiäre Markt gefällt und die inzwischen auch ihre Stammkunden haben.
In diesem Jahr wird, wie üblich, der Markt am Sonntag dem dritten Juli mit dem Marktgottesdienst eröffnet. Jetzt muß nur noch das Wetter mitspielen, damit die möglichst viele Besucher zum Beilsteiner Woll- und Krammarkt ins Ulmbachtal zwischen Sportplatz und Burg kommen.

 

Der Vorstand in Hachenburg

 

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An Brunnen im Landschaftsmuseum

Die Renovierung von Simons Haus in Beilstein macht gute Fortschritte und für die Nutzung, auch als Museumsräume, werden die Detailarbeiten fällig. Deshalb war der Vorstand des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins einen Nachmittag im Landschaftsmuseum Hachenburg, um sich Anregung für den Aufbau der Exponate und die richtige Beleuchtung zu holen. Auch wenn in Beilstein wesentlich weniger Räume zur Verfügung stehen und auch kein Museumsbetrieb mit ständigen öffnungszeiten geplant ist, gab es doch eine Menge zu entdecken, was in der Zukunft auch in Simons Haus umgesetzt werden könnte. Darum wurde auch eifrig fotografiert und die Bilder werden in den nächsten Vorstandssitzungen als Diskussionsgrundlagen für die weitere Planung dienen.
Es existiert schon ein Raumnutzungskonzept, aber die vielen Einzelheiten, die zu beachten sind, erfordern noch viel Planung und Arbeit und es muss auch noch einiges an Geld investiert werden, um das Konzept in ein ansehnliches Objekt umzusetzen. Schließlich ist Simons Haus eines der ältesten Häuser in Beilstein, dessen ursprüngliche Substanz weitgehend erhalten geblieben ist. Deshalb muss auch jede Planung auf den alten Zustand Rücksicht nehmen, auch wenn in fast 250 Jahren so mache Veränderung von den Bewohnern vorgenommen wurde. Schließlich war das Haus über 200 Jahre in Familienbesitz und bis vor etwa 10 Jahren ständig bewohnt.

 

Termine im April

 

Auch in diesem Jahr führt der Beilsteiner Heimat und Geschichtsverein wieder seine "Aktion saubere Landschaft" durch. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer – hoffentlich sind es diesmal mehr als in den vergangenen Jahren, wo vor allem die Jugendfeuerwehr sehr aktiv war - treffen sich dazu am Samstag dem 2. April an Simons Haus in der Beilsteiner Westerwaldstraße. Von dort geht es in verschiedenen Gruppen in die Gemarkung, um wieder einmal Abfälle und Müll einzusammeln. Auch wenn es in den letzten Jahren deutlich besser wurde, gibt es immer noch nachlässige und uneinsichtige Zeitgenossen, die ihre Abfälle in der Gemarkung einfach liegen lassen oder sogar absichtlich deponieren. Für die fleißigen Helfer/innen gibt es dann ab 12 Uhr einen Imbiss bei Simons Haus.
Ebenfalls am Samstag morgen wird bei Simons Haus wieder der Ostereierbaum aufgestellt. Kinder, die beim Schmücken helfen wollen, sind ab 11 Uhr herzlich willkommen.
Der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein weist auch schon auf zwei weitere Veranstaltungen im April hin: Am Samstag dem 16. gibt es wieder eine Kräuterwanderung mit Dr. Klaus Schmidt, die um 14 Uhr an der Grillhütte oberhalb der Schule beginnt und an Simons Haus mit dem traditionellen selbstgemachten Kräuterquark endet.
Am 30. April findet ebenfalls ab 14 Uhr wieder eine Flurnamenwanderung mit Wolfgang Donner statt, die an der ehemaligen Gaststätte Hartmann ("City") in der Schlossstraße beginnt und endet.

 

57. Jahreshauptversammlung am 25. Februar.

 

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Ehrungen: v. l. Siegfried Donner, Brigitte Schmidt, Ingrid Obst, Detlef Kunz, Joachim Grün, Alfred Lehnhardt, Waldemar Rödling, Vors. Martin Kröckel, stellv. Vors. Astrid Schaffarz, Horst Biermas.

Bei der 57. Jahreshauptversammlung des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins konnte der Vorsitzende Martin Kröckel am Freitag Abend eine ganz besondere Mitteilung machen: Waldemar Rödling übereignet sein privates Eisenbahnmusuem zur Geschichte der Ulmtalbahn dem Verein. Im Frühjahr wird es unter seiner Leitung in den schon vorbereiteten Raum in Simons Haus umziehen. Großer Beifall belohnte Waldemar Rödling, der schon seit vielen Jahren Mitglied des Vereins ist, für seine großherzige Spende. Einstimmig folgte die Versammlung dem Antrag des Vorstandes und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Martin Kröckel überreichte ihm die Urkunde und ein Präsent. Für den Heimat- und Geschichtsverein ist das Eisenbahnmuseum ein wichtiger Bestandteil seiner Präsentation, weil die Ulmtalbahn über lange Zeit für die heimische Stein- und Tonindustrie der Haupttransportweg war und über Jahrzehnte die am meisten genutzte Verkehrsverbindung ins Lahntal war und somit für die Entwicklung des Ortes eine wichtige Rolle spielte.

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Waldemar Rödling wird zum Ehrenmitglied ernannt
In seinem Jahresbericht konnte Martin Kröckel über viele Aktionen des Vereins vom Schorbmous-Essen im Winter über Kräuter- und Flurnamenwanderung, Kirmes, Markt und Ferienpaßaktion bis hin zu Vorträgen berichten. Die meist recht rege Teilnahme an den Veranstaltungen zeigt doch, dass das Angebot des Vereins die Interessen der Bevölkerung trifft. Auch Astrid Schaffarz von der Sennstobb konnte über rege Beteiligung bei den Veranstaltungen der Spennstobb für das letzte Jahr berichten.
Margit Kuntz berichtete aus dem Bauausschuß über die Fortschritte bei der Renovierung von Simons Haus. Auch wenn im letzten Jahr von außen nicht viel Veränderungen zu sehen waren, so ist doch im Haus viel paßiert und etliche Räume sind weitgehend renoviert. Besonders Werner Heuser hat wieder viele Stunden beim Innenausbau und den Renovierungen verbracht, das Treppenhaus ausgebaut und das Dach isoliert, so dass der Speicher auch bald genutzt werden kann, wenn der Fußboden fertig ist. Margit Kuntz überreichte ihm dafür ein besonderes „Danke-schön-Geschenk“ des Vereins. Ein kleiner Wermutstropfen kam dann doch in den Bericht: Es sit immer wieder die gleiche sehr kleine Truppe von Helfern, die bei der Renovierung aktiv sind. Oftmals würden, meist nur für kurze Zeit, mehr Hände gebraucht, um zum Beispiel Material ins Haus zu bringen oder bei Aufräum, Reinigungs- oder Anstreicherarbeiten mit anzupacken und Möbel zu rücken usw. Deshalb hatte der Vorstand schon bei der Einladung einen Zettel beigelegt mit der Bitte, wer wann helfen kann und vielleicht für bestimmte Arbeiten abrufbar ist. Der Aufruf gilt aber auch für Nichtmitglieder: Wer helfen will ist stets willkommen. Schließlich sei Simons Haus ein Gewinn für die ganze Gemeinde.
Nach den Berichten und der Entlastung des Vorstandes folgte ein wahrer Ehrungsmaraton: Neben Waldemar Rödling wurden noch Erwin Mayer und Günter Koob, die leider nicht anwesend sein konnten, für 50 Jahre Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dieter Staudt, Horst Mack und Horst Biermas sind seit vierzig Jahren im Verein aktiv. Fünfundzwanzig Jahre dabei sind: Brigitte Schmidt, Anke Schmidt, Ingrid Obst, Gerhard Dietermann, Wolfgang Dietrich, Siegfried Donner, Joachim Grün, Detlef Kunz, Alfred Lehnhardt, Georg Rill und Werner Stahl. Diejenigen, die am Freitag ihre Urkunde und ihr Geschenk nicht selbst abholen konnten, bekommen es in den nächsten Tagen vom Vorstand gebracht. Eine besondere Ehrung hatten die Damen der Spennstobb für Dorfmetzger Joachim Grün vorbereitet: Weil er die Veranstaltungen dern Spennstobb vom Schorbmous-Essen bis zum Weihnachtsmarkt immer mit großzügigen Fleisch- und Wurstspenden gesponsort hatte, überreichten sie ihm ein Bild von seiner Kirmeszugteilnahme und ein Sixpack Bier als Dankeschön.
Passend zum besonderen Ereignis des Abends schloss die Mitgliederversammlung mit der Multimediaschau von Dieter Pfeiffer über die Geschichte der Ulmtalbahn. Wie überall, wo diese Bilder bisher gezeigt wurden, waren die Zuschauer fasziniert von den alten und neue Bildern, die von Bau und Betrieb, aber auch von Abbau und Verfall der einst wichtigen Verkehrsverbindung berichteten.

 

Vortrag am 20. Januar in Simons Haus

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Vortrag in Simons Haus

Der große Raum in Simons Haus war am 20 Januar Abends voll besetzt, als Anita Bastian aus Münchhausen und Brigitte Funk aus Beilstein über alte Gesetze und Bräuche vortrugen. Anita Bastian hatte aus verschiedenen Quellen alte Rechtsvorschriften der naßauischen Landesregierung aus dem 17. und 18. Jahrhundert zusammengetragen. Immer wieder sah sich die fürsorgliche Regierung veranlaßt, den Bürgern bis ins kleinste vorzuschreiben, wie sie sich bei öffentlichen und privaten Feiern zu verhalten hatten. Es war ein Anliegen, daß die Bürger nicht mehr Aufwand trieben, als ihrem Stand und ihren Vermögensverhältnißen angemeßen war. So wurde genau vorgeschrieben, wie viele Personen bei Hochzeiten, Kindtaufen und Begräbnißen eingeladen und verköstigt werden durften. Anscheinend war es auch damals all zu oft üblich, daß die Betroffenen weit mehr Aufwand trieben, als sie sich leisten konnten. Auch war wohl die Unsitte des Alkoholmißbrauchs auch damals verbreitet und sorgte für unliebsames Aufsehen und unangenehme Zwischenfälle. Weshalb sollte es sonst bei hoher Geldstrafe verboten sein, daß Hochzeits- und Taufgesellschaften auf dem Weg zur Kirche nicht einkehren durften? Anscheinend war es aber so, daß diese gut gemeinten Vorschriften nicht beachtet wurden, denn die Regierung sah sich alle paar Jahre veranlasst, diese Vorschriften zu erneuern und die Strafandrohungen teilweise drastisch zu verschärfen.
Andererseits fühlte sich die Regierung wirklich für ihre Untertanen verantwortlich, wenn sie die Bürger und besonders die zuständigen Beamten aufforderte, für unverschuldet in Not gekommene Mitbürger, für Witwen und Waisen zu sorgen, so wie sie es sich für sich selbst wünschen würden. Waisenkinder sollten von Amts wegen in Pflege zu ehrlichen Familien gegeben werden, damit sie eine ordentliche Erziehung und Berufsausbildung erhielten. Bedenks- und vielleicht nachahmenswert ist auch die Vorschrift, dass Paten nicht einmal im Jahr ihren Patenkindern größere Geldbeträge schenken, sondern sich regelmäßig um das Wohlergehen ihrer Patenkinder kümmern sollten. Andererseits galt die Fürsorge nur den eigenen Landeskindern: Bettler aus dem Ausland, und das konnte bei der damaligen Kleinstaaterei schon das Nachbardorf sein, hatten nicht nur keinen Anspruch auf Unterstützung sondern durften sogar keine Almosen bekommen. Da war die Nächstenliebe auf einmal sehr eng reguliert.
Nach Anita Bastian sprach dann Brigitte Funk über ein ganz anderes Thema: Naujoarn. Dieses spezielle Gebäck, das vielfach zum Jahreswechsel mit den besten Wünschen verschenkt wurde, hat in unserer Region eine lange Tradition. In vielen Orten wurden Naujoarn in speziellen Eisen aus einem Roggenmehlteig gebacken und sahen ähnlich aus wie Knäckebrot, nur mit ganz eigenen Mustern und Sinnsprüchen auf der Oberfläche. Andernorts bestanden die Naujoharn aus Brot- oder Hefeteig. In jedem Fall war der Teig gewürzt, meist mit Salz, Pfeffer und Nelken. Der Heimatforscher Karl Löber hat im vorigen Jahrhundert über die damals schon in vielen Orten ausgestorbene Sitte des Naujoarn-Backens geschrieben und alle noch verfügbare Information zusammen getragen. Aber in einigen Orten gibt es diese Sitte noch heute und es gibt auch verschiedene Rezepte. Nach diesen Rezepten hatten dann auch einige Frauen Naujoarn gebacken, so daß dem theoretischen Vortrag gleich der praktische Versuch folgen konnten. Die verschiedenen Stücke wurde ausgiebig probiert und allseits gelobt.

 

Es gibt wieder Schorbmous

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Schorbmous einschneiden vor Simons Haus

Die Damen von der Beilsteiner Spennstobb haben am Donnerstag dem 7. Oktober wieder wie in jedem Herbst Schorbmous eingeschnitten. Auf großen Tischen vor Simons Haus wurde Weißkraut, Wirsing, und Grünkohl zerschnitten und mit Salz und viel Kraftaufwand in die Steingutgefäße gepreßt. Nun steht es im Kaller von Simons Haus um bei gleichmäßiger Temperatur eine Milchsäuregärung durchzumachen. Wenn es fertig ist, wird es mit einer ordentlichen Portion Fleisch und Kartoffeln zum beliebten und deftigen Eintopf. Im Januar lädt die Spennstobb dann wieder, wie in jedem Jahr, zum Schorbmous-Eßen ein. In den vergangenen Jahren hat es sich in Beilstein und Umgebung herumgesprochen, daß der Heimat und Geschichtsverein im Winter ein großes Schorbmous-Eßen veranstaltet und daher wurde entsprechend viel Kraut eingestampft, damit es auch diesmal wieder für alle reicht.

 

Vortrag des Heimat- und Geschichtsvereins Beilstein am 5.11.09
Flurnamen in der Gemarkung Haiern

Im Winterhalbjahr hat die Spennstobb des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins immer intereßante Vorträge in ihrem Programm. Am Donnerstag, den 05. November 2009 um 19:30 Uhr in der Gaststätte Krebs, Westerwaldstraße 43 in Beilstein hält Wolfgang Donner einen Vortrag über die Flurnamen in der Gemarkung Haiern.
Er berichtet anhand von Fotos und Karten über die Flurnamen dieses Gebietsteils von Beilstein. Es wird versucht die Herkunft und Bedeutung der Bezeichnungen nachzuvollziehen. Auch Herleitungen aufgrund der mundartlichen Außprache werden mit berücksichtigt. In dem Vortrag wird dann der Zuhörer auf eine virtuelle Wanderung durch die Gemarkung Haiern mitgenommen und erhält dabei Informationen zu den Namen von Wegen, Äckern, Wiesen und Wäldern.
Für einige Flurnamen bestehen geschichtliche Nachweise bis ins 14. Jahrhundert, so wird in einer Urkunde aus dem Jahr 1590 die Lage "Hermanns- seiffen" angeführt, welche der Ursprung zu der heutigen Bezeichnung "Auf dem Hermesgeländ" sein dürfte. Denn Hermes hat keinen Zusammenhang zu dem griechischen Götterboten sondern ist eine Ableitung des Namens Hermann. So erwähnt der Heimatforscher Leonhard Hörpel in seinem Bericht über die Sippe Hermann von einem Hofmann Hermes (Hermann) Christ und weiterhin über die Lage Hermannßeifen, in etwa gleicher Lage.
Für die Zuhörer wird sich so erschließen, wie viel Heimatgeschichte und vielleicht auch Familiengeschichte über alte Flurnamen entschlüßelt werden kann. Der Heimat- und Geschichtsverein Beilstein hofft darum auch auf einen guten Besuch und viele intereßierte Zuhörer und Zuhörerinnen.

 

Der Heimat und Geschichtsverein Beilstein lädt ein zum 2. Herbstfest an Simons Haus am 10.10. um 14.00 h

Die Spennstobb des Beilsteiner Heimat und Geschichtsvereins beginnt nach der Sommerpause wieder mit ihren monatlichen Veranstaltungen. Die Erste findet nicht, wie üblich, am ersten Donnerstag im Monat statt, sondern am Samstag.
Wie jedes Jahr im Oktober, wird auch dieses Jahr wieder bei Simons Haus Kraut für unser Schorbmous eingeschnitten, damit im Winter wieder ein zünftiges Schorbmous-Essen stattfinden kann. Das soll am 10. Oktober bei hoffentlich schönem Wetter ab 14.00 Uhr auf dem Hof vor Simons Haus geschehen. Wie im letzten Jahr können die Besucher Kaffee und Kuchen und andere Köstlichkeiten genießen. Wenn das Wetter nicht mitspielt, wird das Ganze im Haus bzw. der Scheune stattfinden, damit niemand nass wird. Für herbstliche Impressionen sorgt wieder die Gärtnerei Enners mit einem entsprechendem Blumenangebot. Sehr viel Arbeit wurde in Simons Haus investiert, wo in der Küche und in einigen Räumen gestrichen wurde. In der Küche wurde auch der Terrazzo-Fußboden abgeschliffen, was sehr anstrengend und zeitaufwendig war.
Der Heimat- und Geschichtsverein freut sich auf möglichst viele Besucher.

 

Woll und Krammarkt am 5. Juli

 

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Margit Kuntz übergibt den Hauptpreis
an Roswitha Droß

Trotz mancher Befürchtungen und einzelner dicker Gewitterwolken spielte das Wetter beim Woll- und Krammarkt mit. Es blieb warm und trocken und die Besucher brauchten keinen Schirm. Nach dem traditonellen Marktgottesdienst, diesmal mit Klaus Schmidt im Hessenkittel statt im Talar, der auch in diesem Jahr vom Posaunechor musikalisch gestaltet wurde, gaben der Vorsitzende Martin Kröckel und das Hörnersignal der Jagdhorngruppe das Zeichen zur offiziellen Markteröffnung.
Der Heimat- und Geschichtsverein plant den Markt seit einigen Jahren als Themenmarkt, diesmal unter dem Motto "Kräutergarten" was sich sehr gut auf die Attraktivität auswirkt. So waren in diesem Jahr trotz vieler Parallelveranstaltungen von Arborn über Herborn bis zum Wetzlarer Ochsenfest so viele Besucher da, dass die Eierkäse und die Fleischwurst am HGV-Stand schon gegen 14 Uhr alle war und Nachschub geholt werden musste. Attraktion war diesnal der Kräutergarten, den die Gärtnerei Enners rund um den Basaltbrunnen im Park aufgebaut hatte, und der eine große Auswahl an Küchenkräutern aber auch an Zierpflanzen bot.
Bei der Tombola des HGV für die Renovierung von Simons Haus blieb auch in diesem Jahr der 1. Preis in Beilstein: Roswitha Droß konnte das Fahrrad mit nach Hause nehmen. Von den übrigen Preisen ging auch eine größere Zahl in andere Orte von Herborn bis Leun, was das Einzugsgebiet des Marktes zeigt.

Aktion saubere Landschaft am 4. 4. 2009

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Die Beilsteiner Jugendfeuerwehr
stellte wieder die stärkste Truppe
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Der Imbiß im Feuerwehrhaus schmeckt nach getaner Arbeit besonders gut.

In jedem Jahr lädt der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein zu einer "Aktion saubere Landschaft" ein und fast in jedem Jahr stellt die Jugendfeuerwehr die stärkste Truppe. Auch in diesem Jahr konnte Jugendwart Kai Ludwig wieder eine beachtliche Truppe von Kindern und Jugendlichen motivieren, den Müll, den so manche Schmutzfinke in der Gemarkung hinterlaßen hatten, einzusammeln. Beim Heimat und Geschichtsverein teilte sich der Arbeitseinsatz auf die Müllsammelaktion und die Arbeit an Simons Haus auf während NaBu und Angler schon in den letzten Wochen am Ulmbach und in der Gemarkung unterwegs waren.
Die Zahl der Umweltsünder scheint aber in den letzten Jahren abzunehmen, oder es wird mehr auf das Geld geachtet, das man für Pfandflaschen usw. einnehmen kann. Auf jeden Fall war die Zahl der Flaschen und Dosen, die am Samstag eingesammelt wurden, deutlich geringer als im vorigen Jahr. Auch kam deutlich weniger Sperrmüll zusammen. Dafür hat die Zahl der Kaffeebecher, Safttüten und Fastfood-Packungen, die an den Wegen und Straßen einfach aus dem Fenster entsorgt werden, stark zugenommen, dazu kamen sehr viele Minischnapsflaschen und Picolo-Flaschen, die kein Pfand kosten. Anscheinend hat es sich bei vielen Autofahrern noch nicht herumgesprochen, dass das Seitenfenster keinen Müllschlucker öffnet und ein Unterschied zwischen Kreisstraßen und Kreismülldeponie besteht.
Auf jeden Fall hatten sich die eifrigen Sammler ihre Würstchen, Brötchen und Getränke, die es als anschließende Stärkung im Feuerwehrhaus gab, mühsam verdient.

 

Adventskaffee am 30. 11. 2008

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Helmut Menger trägt Mudartgedichte vor
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Die Gäste sangen die bekannten Lieder mit

Es ist eine liebgewordene Tradition, dass alle zwei Jahre die evangelische Kirchengemeinde Beilstein-Rodenroth ihre Adventsfeier für die Senioren der Gemeinde gemeinsam mit dem Adventskaffee des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins ausrichtet. So wird die Arbeit für Vorbereitung und Durchführung und die Gestaltung des Programms auf mehr Schultern verteilt. Auch in diesem Jahr waren die Reihen im Beilsteiner Dorfgemeinschaftshaus gut gefüllt und schon vor der offiziellen Eröffnung saßen viele an den bunt geschmückten Tischen und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Bei jedem Gedeck lag als Geschenk eine bunte Weihnachtskarte. Pünktlich um 15.00 Uhr eröffnete der Posaunenchor dann den Nachmittag. In Vertretung für den erkrankten Vorsitzenden Martin Kröckel begrüßte Klaus Schmidt die Gäste und führte durch das Programm. Gemeinsam gesungene Advents-Lieder, vom Posaunenchor begleitet wechselten sich ab mit Bilder aus dem fast vergangenen Jahr, die Erwin Schenk zusammengestellt hatte. Helmut Menger trug dazwischen eine Menge humoristischer Mundartgedichte vor, die er im Laufe der Zeit aus verschiedenen Quellen zusammengetragen hatte, und Hanni Engelhardt aus Arborn und Helga Zellerhoff aus Beilstein hatten auch gereimte Beiträge mitgebracht. Gerade die spontane Beteiligung an den Mundartvorträgen zeigte, dass für die Besucherinnen und Besucher die Mundart noch zum Leben gehört und sie auch regen Anteil am Programm nahmen. Natürlich kam das leibliche Wohl, reichlich Kaffee und Kuchen und für die Freunde deftiger Genüsse auch Wurst- und Käsebrote, nicht zu kurz und dabei wurde sich eifrig und dreisprachig - hochdeutsch, platt und iwwer die Leut - unterhalten.

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Der Posaunenchor übernahm die musikalische Umrahmung

Die Tischdekorationen, Stoffweihnachtsmänner und Sterne aus Bändern, die Brigitte Schmidt in den vergangenen Wochen genäht und gebastelt hatte, konnten auch gegen eine Spende mitgenommen werden und die Gäste machten davon eifrig Gebrauch. Die Spenden kommen dem Posaunenchor und dem HGV für "Simons Haus" zugute.
Den Abschluß machte Pfarrer Ralf Peter Jäkel mit einer Andacht über eine andere, sozusagen außerirdische Betrachtung des Weihnachtsgeschehens: Zwei Engel sehen, wie die Geburt Christi das Licht auf die Erde, dieses unscheinbare Staubkorn im All, bringt und wie es sich dort ausbreitet. Gegen 18.00 Uhr machten sich die vielen Gäste auf den Heimweg, weil es kalt wurde und die Straßen teilweise glatt wurden.

 

Burg Beilstein und Anna von Sachsen

Vortrag von Brigitte Funk am 13. November

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Anna von Sachsen

Am 13. November war der Saal der Gaststätte Held in Beilstein gut gefüllt: Zum Vortrag von Brigitte Funk waren auch von Auswärts viele Gäste gekommen. Der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein lädt mindestens zwei Mal im Winterhalbjahr im Rahmen seiner Spennstobb zu einem historischen Vortrag ein. Diesmal hatte sich Brigitte Funk mit der Burg Beilstein und besonders mit Anna von Sachsen und ihrer Tochter Christine von Diez beschäftigt. Beilstein, ein alter Name, der als Orts- oder Flurbezeichnung Beilstein, Bielstein, Bilstein in Deutschland häfig vorkommt, im Westerwald war sicher schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Irgendwann, wahrscheinlich schon in fränkischer Zeit, baute ein lokales Adelsgeschlecht eine Burg auf dem Felsen über dem Ulmbach. Die Herren von Beilstein, die seit dem 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt sind und denen auch die Burgen Greifenstein und Lichtenstein gehörten, verkauften im 13. Jahrhundert die Herrschaft an die Nassauer, die Beilstein ausbauten und auch 1321 dem Ort Stadtrecht verschafften. Durch Erbteilung wurde die Herrschaft zum Westerwald für 6 Generationen von 1341 bis 1561 eine eigene Grafschaft, die anschließend als Erbschaft an die Dillenburger fiel. Hier kommt die große Geschichte ins Spiel Wilhelm der Schweiger, der Freiheitsheld der Niederlande heiratete in zweiter Ehe die Vollwaise Anna von Sachsen, eine Enkelin des hessischen Landgrafen Philipp der Großmütige, der die Reformation in Hessen einführte. Es wird keine Liebesheirat gewesen sein, denn Wilhelm brauchte für seinen Kampf gegen Spanien die Mitgift der reichen Erbin. Trotzdem lebte das Ehepaar in Breda in den Niederlanden die ersten Jahre gut zusammen. Dann kam es zu Schwierigkeiten: Anna verstand weder Niederländisch noch französisch und fühlte sich am fremden Hof immer mehr isoliert, zumal Wilhelm sich mehr den politischen und militärischen Aktivitäten widmete als seiner Frau. Nachdem Wilhelm aus den Niederlanden fliehen musste und zeitweise sein ganzer Besitz von den Spaniern beschlagnahmt war, lebte Anna mit den Kindern in Dillenburg, wo es zu ständigen Spannungen mit den anderen Familienmitgliedern kam. Dabei spielte die seelische Unausgeglichenheit und der selbst für damalige Verhältniße außergewöhnlich hohe Alkoholkonsum Annas sicher eine Rolle.

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Christine von Dietz (?)
es ist nicht sicher, dass das Bild
die Tochter Annas zeigt

Anna zog mit ihren Kindern darum 1568 nach Köln. Dort kam sie Kontakt mit Jan Rubens, einem Rechtsanwalt, der aus Glaubensgründen mit seiner Familie aus Antwerpen geflohen war. Er vertrat sie in Vermögensangelegenheiten und wurde bald ihr engster Vertrauter, der auch bei Reisen stets um sie war. Dabei soll es nach den späteren Anklagen zum Ehebruch gekommen sein, aus dem die 1571 in Siegen geborene Tochter Christine entstammte. Zu der Zeit saß Rubens schon in Dillenburger Haft und hatte den Ehebruch, wenn auch unter Zwang und Folter, gestanden. Das Haus, in dem sich Rubens und Anna zum ersten Mal näher kamen, steht heute noch in Ewersbach. Ob Christine wirklich die Tochter von Rubens war, ist bis heute nicht zweifelsfrei gesichert, weil Anna im fraglichen Zeitraum auch mit Wilhelm zusammen war und später keine Auskunft über den Vater geben konnte und wollte. In jedem Fall wurde ihr Verhalten und auch ihre Alkoholexzesse nach den Berichten ihrer Umgebung im extremer. Da Ehebruch nach reformiertem Verständnis damals der einzige Scheidungsgrund war, suchte Wilhelm, der sie los werden wollte, und vor allem seine Familie nach jeder Möglichkeit, Anna als Ehebrecherin hinzustellen. So wurde Rubens zum Tode verurteilt, und Anna damit gezwungen, den Ehebruch einzuräumen, wenn sie ihn retten wollte. Ob diese Geständnisse echt waren, bleibt zumindest zweifelhaft, zumal Rubens Frau alles unternahm, um ihren Mann frei zu bekommen, was ihr nach mehr als zwei Jahren und gegen die damals enorme Kaution von 800 Gulden gelang. Die Familie übersiedelte nach Siegen, wo 1577 der Sohn Peter Paul Rubens geboren wurde, der als Maler den Namen Rubens weltberühmt machte. Am 1. Okotober 1572 kam Anna von Sachsen mit ihrer Tochter in strengen Hausarrest auf die Burg Beilstein. Amtmann in Beilstein war damals Gottfried von Nassau, ein unehelicher Sohn von Wilhelms Vater und damit auch Annas Schwager. Aber gerade er, der selbst den Makel der nichtehelichen Herkunft trug, machte seiner Schwägerin das Leben schwer und beschimpfte sie bei jeder Gelegenheit als Hure und Ehebrecherin. Christine wurde im Januar von ihrer Mutter getrennt und in Dillenburg aufgezogen, während Anna am 19.12 dieses Jahres nach Dresden zu ihren verwandten abgeschoben wurde, wo sie 1577 in strenger Haft starb und in Meissen neben ihren Eltern begraben wurde.
Christine wuchs in Dillenburg bei ihrer Großmutter Juliana von Stolberg auf . Sie wurde im Collegium virginum nobilium des ehemaligen Prämonstratenserklosters Stift Keppel bei Hilchenbach-Allenbach erzogen, das nach der Reformation ein "Stift für adelige Jungfrauen" geworden war, und unter dem Patronat des Nassau-Siegener Grafenhauses stand. Am 10. Dezember 1597 heiratete sie Johann Wilhelm von Welschenengst-Bernkott (1570-1636), Burggraf und Kommandant in Dillenburg, Herr zu Isenburg und Gutsherr großer Besitzungen in Neuwied und Andernach. Ihre drei Kinder waren Hans Henrich, Anna Elisabeth und Katharina von Welschenengst-Bernkott. Ende 1637 oder Anfang 1638 starb sie bei ihrer ältesten Tochter in Bernfeld/Elsaß.

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Brigitte Funks Vortrag war gut besucht

Um diese sehr kenntnisreich und gut vorgetragenen Fakten aus der großen europäischen Geschichte konnte, Brigitte Funk viele lokale Bezüge anknüpfen. So war zum Beispiel die Schwester des Siegener Hofpredigers Bernard Bernardi. dessen Vater aus Allendof/Ulm stammte, im Beilsteiner Ortsteil Wallendorf verheiratet und es wohnen bis heute noch Nachkommen dieser Familie in Beilstein. Auch existieren Kreditverträge aus dieser Zeit mit Bürgern aus Beilstein und Haiern und einer dieser Kreditnehmer war ein Vorfahr von Brigitte Funks Ehemann Helmut. Selbst das Grundstück, das damals beliehen wurde, kann heute noch auf den alten Flurkarten lokalisiert werden. Obwohl Beilstein im dreißigjährigen Krieg fast ganz entvölkert wurde, lassen sich bis heute Nachkommen von Zeitgenossen Annas von Sachsen, die auch aktenkundig sind, in Beilstein und anderen Orten des Westerwaldes nachweisen.
Astrid Schaffarz bedankte sich für den Heimat- und Geschichtsverein und die Spennstobb bei Brigitte Funk für die Mühe bei den ausführlichen Recherchen und den gelungenen Vortrag mit einem Blumenstrauß.

 

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Entlang der Grenze zwischen Haiern und Rodenberg

10. Flurnamenwanderung am 18. Oktober 2008

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Treffen zur 10 Flurnamenwanderung in Haiern

Der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein scheint einen besonderen Vertrag mit dem Wetteramt zu haben. Am letzten Samstag beim Schorbmous- Einschneiden schien die Sonne und an diesem Samstag fand die 10. Flurnamenwanderung bei herrlichem Herbstwetter statt. Wie jedesmal hatte Wolfgang Donner einen Rundweg mit historischen Bezügen ausgesucht. Vom Treffpunkt in Haiern ging es in Richtung Haierner Viehweide, die in alten Karten aus dem 19. Jahrhundert noch als Wald eingezeichnet ist und auch als "Wolfsborn-Erlen" bekannt. Das mag aber kein Widerspruch sein, denn früher wurden Waldflächen in Ortsnähe meist als Niederwald mit Waldweide genutzt und hatten einen sehr lockeren Baumbestand, wobei besonders die Erlen sowohl als Brennholz wie auch als näßeresistentes Holz für verschiedene Zwecke genutzt wurden. Im zwanzigsten Jahrundert wurden in der Nähe im Fuchswäldchen und oberhalb der Weide auch Steinbrüche zum Abbau von Basalt angelegt, die schon lange wieder aufgegeben und zugewachsen sind. Auf dem Weg zwischen "Brenn" und "Beckerswies" - wahrscheinlich im Besitz eines früheren Amtmannes Becker, ging es zu Pfalzmühle, die ihren Namen vom Sohn eines Müllers aus dem 18. Jahrhundert hat, der kurpfälzischer Offizier war.

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Iris Donner hatte wieder Kuchen gebacken
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Abschluß mit Kaffee und Kuchen
Am Ulmbach wurde nicht nur die Gemarkungsgrenze, sondern auch die ehemalige Landesgrenze zwischen den Herrschaften Naßau-Diez und Naßau-Dillenburg überschritten. Dort gab es noch ein besonders Schauspiel: Ein großer Kranichzug kreiste über den Wiesen, um Höhe zu gewinnen, und flog dann am Knoten vorbei in Richtung Lahntal weiter.
Durch große ehemals herrschaftliche Wiesen nördlich des Ulmbaches ging es dann zur Totenheck an der Gemarkungsgrenze, bei der nicht mehr sicher ist, ob es sich um eine Grabstätte für Pestopfer oder einen Schindanger weitab vom Dorf gehandelt hat. Durch die Langwehr, die ehemalige Haierner Viehtrift, ging es an der Schafeiche vorbei zum Rußberg. Die Schafeichen waren Bäume, die immer wieder zur Viehfuttergewinnung zurück geschnitten wurden, weil das Heu und die Weiden oft nicht ausreichten. Über das Schlagwäldchen - ein weiteres ortsnahes Niederwaldstück - ging es dann entlang der Schneidmühle und über die kurze Wies zurück zum Ausgangspunkt beim Sägewerk Weidl. Dort hatte die Familie Weidl Tische und Bänke in einer Halle aufgebaut und Iris Donner Kaffee und Kuchen vorbereitet, so daß die wunderschöne Herbstwanderung in einem gemütlichen Abschluß bei Kaffee und Kuchen endete. Für den Heimat- und Geschichtsverein dankten Brigitte Rumpf und Jens Ufer Wolfgang und Iris Donner für die Mühe, die sie sich mit den bisher zehn Flurnamenwanderungen und der anschließenden Bewirtung gemacht hatten, mit einem Geschenk.

 

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Kaffee in Simons Haus

Schorbmous und mehr

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Kaffetrinken im Sonnenschein

Das Wetter war am Samstag Nachmittag perfekt: Strahlend blauer Himmel, Sonnenschein und angenehme Temperaturen lockten viele Beilsteiner zu einem Herbstspaziergang, und das Ziel war Simons Haus in der Ortsmitte. Die Beilsteiner Spennstobb des Heimat- und Geschichtsvereins hatte zum Kaffeetrinken eingeladen, und so waren im Hof schon große Tische gedeckt und herbstlich geschmückt. Für Blumenschmuck hatte die Gärtnerei Enners gesorgt, die auch Topfblumen zum Verkauf anbot. Während die Gäste es sich bei Kaffee und Kuchen gut gehen ließen und, wie es zur Spennstobb gehört, alle Neuigkeiten im Ort verhandelten, waren etliche Mitglieder der Spennstobb fleißig. Große Steinguttöpfe waren vorbereitet und Berge von Weißkraut und Wirsing waren gewaschen und grob geschnitten worden. Es wurde Schorbmous eingeschnitten und mit Salz fest in die Steinguttöpfe eingepreßt und festgestampft. Jetzt muß es in den nächsten Wochen im kühlen Keller eine Milchsäuregärung ähnlich wie Sauerkraut durchlaufen. Im Winter ist dann das eingesäuerte Gemüse, das mit Kartoffeln gekocht wird, bei kaltem Wetter eine beliebte und deftige Speise. Früher, wo frisches Fleisch nicht zu allen Zeiten zur Verfügung stand, war im Winter nach der Haußchlachtung Schorbmous mit frischen Koteletts und Eisbein ein besonderes Festeßen. Auch heute, wo man das ganze Jahr über Fleisch und Gemüse frisch kaufen kann, ist das Schorbmous-Eßen der Spennstobb jeden Winter ein Fest, zu dem viele auch von auswärts kommen.
Darum hatte die Spennstobb auch aus dem Schorbmous-Einschneiden ein kleines Fest gemacht, und die viele Besucher zeigten, daß die Veranstaltungen des Heimat- und Geschichtsvereins an und in Simons Haus das alte Gebäude zu einem Platz werden laßen, wo man sich gerne trifft.

 

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Das "Hornsignal" ruft zum Schorbmous-Einfüllen
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Kraut und Salz braucht man für das Schorbmous

 

 

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Woll- und Krammarkt in Beilstein am 6. Juli 2008

 

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Buntes Markttreiben am Basaltbrunnen

Wie in jedem Jahr am 1. Sonntag im Juli fand auch am 6.7. 2008 der Beilsteiner Woll- und Krammarkt am Festplatz am Sportplatz statt. Nach dem Marktgottesdienst eröffneten die Jagdhornbläser mit einem Hornsignal den Markt, der in diesem Jahr unter dem Motto "Rosenzeit" stand. So hatte die Gärtnerei Enners aus Beilstein auch den Bereich um den Basaltbrunnen im Park als Rosengarten gestaltet, allerdings mit Containerpflanzen, die man auch kaufen konnte. Diese Gelegenheit nutzen viele Marktbesucher auch aus und mancher holte sich die sommerliche Blütenpracht für den eigenen Garten. Der Park am Ulmbach hatte sich in den letzten Tagen stark verändert. Auf Initiative von Gerhard Dietermann wird derzeit ein Basalt-PARKours aufgebaut, der die Bedeutung des Rohstoffes Basalt zeigen soll. Von einer Kipperbude bis hin zu tonnenschweren Waßerbausteinen zur Deichbefestigung sind schon etliche Teile des PARKours aufgebaut und wurden auch in das Marktgeschehen mit einbezogen.

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Die stolze Gewinnerin mit dem Rosenquilt
Der Heimat- und Geschichtsverein hatte, wie viele andere Marktstände auch, das Motto "Rosenzeit" umgesetzt. Viele Frauen waren im Vorfeld des MArktes sehr fleißig gewesen, so daß es eine große Auswahl an Handarbeiten und sogar kleine Flaschen mit Rosenlikör im Angebot gab. Patchworkkißen, -taschen, -decken, -topflappen und andere Handarbeiten wurden zugunsten der Renovierung von Simons Haus verkauft und als besondere Attraktion gab es eine Verlosung, für die ein großer Rosenquilt von Brigitte Schmidt als Hauptpreis gestiftet wurde. Entsprechend groß war auch der Andrang zum Losverkauf und bei der Ziehung um 16. 30 Uhr konnte Hannelore Metzger aus Beilstein den Quilt als glückliche Gewinnerin in Empfang nehmen. Insgesamt wurden 25 Preise an die glücklichen Gewinner verteilt oder werden diesen in den nächsten Tagen zugehen. Natürlich gab es eine große Auswahl an weiteren Waren und das leibliche Wohl kam auch nicht zu kurz. Vom Eierkäs bis zur deftigen Fleischwurst, die wieder vom Dorfmetzger Joachim Grün gestiftet wurde, von Hackbraten bis zu Kaffee und Kuchen war für jeden Geschmack etwas dabei. Das Wetter spielte auch mit und so kamen trotz der Ferienzeit viele Besucher auf den Markt.

 

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9. Flurnamen-Wanderung um Wallendorf

 

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Wanderung um Wallendorf

Für den 31. Mai war die neunte Beilsteiner Flurnamenwanderung geplant, welche aber aufgrund starken Regens an diesem Nachmittag abgesagt werden mußte. Kurz entschloßen wurde dann der Termin um eine Woche auf den 6. Juni verschoben. Dieses mal bei Sonnenschein, aber auch dunklen Wolken am Himmel traf sich eine Gruppe von ca. 15 Personen am Parkplatz der Ulmtalsperre.
Als erstes wurden die Lagen im obersten und im untersten Lichtenstein gezeigt, welche im Bereich des Campingplatzes und der Talsperre befinden. Dieser frühere Wiesenbereich dürfte seinen Namen aufgrund der Nähe zu der ehemaligen Burg Lichtenstein haben. Denn diese befand sich auf der gegenüberliegenden Ulmbachseite in der heutigen Gemarkung Greifenstein, also dem ehemals solmsischen Gebiet. Möglicherweise waren Wiesen und Burgstandort früher einmal zusammenhängend, und wurden dann erst nach der Vertreibung der Herren von Lichtenßtein zum Ende des 13. Jahrhunderts unter Solms und Naßau aufgeteilt.
Weiter führte die diesmal etwas längere Wanderung Richtung Pfarrwald, einem noch heute im Eigentum der Kirchengemeinde Beilstein befindlichen Wald, hinauf nach Wallendorf.
Hier wurde die Bitzenheeg, Bitz für Zaun und Heeg für Hecke, also einen Heckenzaun, die möglicherweise ein Teil einer Dorfeinfriedigung für das nahe liegende Wallendorf war, gezeigt.
Nun ging es auf dem Totenweg bergauf, auf diesem Weg wurden die Toten aus Rodenroth zum Kirchhof nach Wallendorf gebracht, denn in frühren Zeiten begruben die umliegenden Dörfer des Kirchspiels ihre Verstorbenen auf dem Kirchhof in Wallendorf. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten die selbständigen Dörfer eigene Friedhöfe.
Nach einer kurzen Strecke wurde von diesem Weg links abgebogen Richtung Galgenstein. Ursprünglich war der Gerichtsort und hierzu zählte auch ein Galgen für die Herrschaft Beilstein in Wallendorf. Erst im 14. Jahrhundert wurde dieser nach Beilstein verlegt und der Galgen nach dem Endseifen umgesetzt.
Anschließend wanderte die Gruppe über den Heckweg, den ehemaligen Verbindungsweg von Beilstein über das Kreuz hinunter zu den Wiesen und Felder am Ulmbach und dem Ballersbach. Diese Vermutung, daß ehemals über den Heckweg die Ernte von dem Talbereich südöstlich des Galgensteins abgefahren wurde, wird auch durch die Lage "Vor dem Pfarrwald" bestärkt. Denn diese befindet sich nicht auf der Wallendorf oder Beilstein zugewandten Seite des Waldes, sondern ist unterhalb an der den Orten abgewandten Seite dieser Waldfläche zu finden.
Zum Schluß ging es dann durch die Amtmannsheck zurück zur Ulmbachtalsperre.
Zur Amtmannsheck gibt es noch folgende Erklärung: Der Amtmann war Verwalter und Gerichtsbeamter des Amtsbezirks. Die bezeichneten Flächen waren möglicherweise Dienstland des herrschaftlichen Amtmannes. In der westerwälder Mundart steht der Begriff Heck nicht nur für Hecke, sondern auch für Niederwald oder Viehweide.

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Kirmeszug am Pfingstsonntag

 

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Unser Wurschtkönig im Kirmeswagen

Eigentllich war es eine spontane Idee auf dem letzten Woll und Krammmarkt - Astrid Schaffarz und Margit Kuntz sagten zu Joachim Grün: Du hast so viel Wurscht für Simons Haus gespendet, wir fahren dich auf der nächsten Kirmes als Wurschtkönig durchs Dorf. Aus dem Augenblickseinfall wurde der Kirmeswagen für den diesjährigen Kirmeszug, auf dem ein stolzer "Jogi" thronte. Natürlich mußte er die Fahrt nicht trocken antreten, denn das Motto des Wagens war: "Die Karawane zieht weiter, der Dorfmetzger hat Durscht." Als besondere Belohnung für die originelle Idee gab es den zweiten Preis bei der Bewertung der Wagen

 

 

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Kräuterwanderung am 12. April

 

Kräuter
Auch wenn die Wiesen noch winterlich außahen
gab es schon viele frische Kräuter

Obwohl Anfang der Woche noch Schnee gelegen hatte, war die Kräuterwanderung des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins ein Erfolg. Wenige wärmere Tage genügten, um die vielen Pflanzen, die nur darauf gewartet hatten, schnell wachsen zu laßen. So konnte der Biologe Dr. Klaus Schmidt mit den etwa zwanzig Mitwanderern ein ganze Menge frische Wildkräuter sammeln, die im Austrieb besonders zart und wohlschmeckend waren. In früheren Zeiten, als noch nicht zu jeder Jahreszeit frisches Obst und Gemüse per Luftfracht um den halben Globus in die Geschäfte gebracht wurde, waren diese Wildkräuter als Wißemous oder Heckegemuis im Frühjahr die erste Vitaminquelle und daher heiß begehrt. Heute ist vieles in Vergeßenheit geraten, aber die Wanderer konnten sich selbst davon überzeugen, wie wohlschmeckend diese Wildkräuter sind. Vom Scharbockskraut, das seinen Namen daher hatte, weil es viel Vitamin C enthält und deshalb gegen die Mangelkrankheit Skorbut (Scharbock) half, über jungen Löwenzahn und Brenneßeln, die entwäßernd und damit auch entschlackend wirken, bis hin zu Scharfgarbe und Schaumkraut, die gut für Galle und Magen sind, haben die meisten Wildkräuter auch eine gesundheitsfördernde Wirkung. So wurden die Kräuter schon seit vielen Generationen nicht nur zur täglichen Nahrung, sondern auch zur Erhaltung und Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden genutzt. So wächst eine ganze Wellneß-Kur von vielen unbeachtet am Wegesrand und auf der Wiese. Natürlich gibt es auch viele Pflanzen, die giftig oder gesundheitßchädlich sind, aber selbst Giftpflanzen können in der Hand des Arztes heilsame Wirkungen haben.

Kräuter
Klaus Schmidt demonstriert nützliche und giftige Pflanzen
Während der Wanderung wies Klaus Schmidt auch auf die giftigen Pflanzen und auf mögliche Verwechslungsgefahren hin. Nach rund zwei Stunden kehrte die ganze Gruppe in Simons Haus ein, wo die gesammelten Kräuter schnell verarbeitet wurden. Die Frauen der Spennstobb hatten Quark vorbereitet, der mit den gehackten Kräutern verfeinert wurden. Dazu gab es frisches Bauernbrot. Bis auf den letzten Rest wurden die Schüßeln geputzt, was ein Zeichen dafür war, wie gut der Kräuterquark mit Zutaten aus Wald und Wiesen allen geschmeckt hatte. Im Sommer ist eine ähnliche Veranstaltung mit den Ferienpaßkindern geplant und im Herbst soll, wenn das Wetter mitspielt, eine Pilzwanderung stattfinden.

 

 

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Aktion saubere Landschaft am 5. April in Beilstein

 

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Gartenabfälle und Altreifen sind besonders
häufig in der Gemarkung verstreut.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpaßende Ausrüstung. Diesem Motto folgend fanden sich am Samstag Vormittag doch etliche junge und alte Helfer am Feuerwehrhaus in Beilstein ein, um den Müll, den wenig umweltbewußte Zeitgenoßen in der Gemarkung verstreut hatten, wieder einzusammeln. In diesem Jahr war die Jugendfeuerwehr, die sonst immer mit einer größeren Truppe dabei ist, zu einem lange ersehnten Besuch bei der Frankfurter Berufsfeuerwehr, und somit gingen vor allem Mitglieder des Beilsteiner Heimat und Geschichtsvereins und des NaBu los, um Müll einzusammeln. Immer an den gleichen Stellen finden sich in jedem Jahr die Reste von mehr oder weniger ausgiebigen und häufigen Gelagen, wobei es erstaunlich ist, daß es immer noch Leute gibt, die anscheinend so viel Geld haben, daß sie ihre Flaschen und Dosen trotz Pfand einfach wahllos in die Gegend werfen können. Aber auch alte Reifen liegen immer wieder in Hecken und Gräben. Elektrogeräte, die doch umsonst entsorgt werden können, werden mit viel Mühe und dem Risiko eines saftigen Bußgeldes in der Landschaft "entsorgt". So kam auch in diesem Jahr allein in der Beilsteiner Gemarkung eine beachtliche Ladung Unrat zusammen, ebenso wie in etlichen anderen Ortsteilen, in denen auch Vereine zur Aktion saubere Landschaft aufgerufen hatten.

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Große und kleine Helfer(innen) hatten am Bauhof
eine ordentliche Ladung Müll zusammengetragen.

An einigen Stellen konnten aber auch die freiwilligen Helfer nichts ausrichten, vor allem, wenn Gartenabfälle und Schnittgut von Zierbäumen und Hecken gleich in Wagenladungen an Wegen und Gräben abgeladen wurden. So etwas ist auch keine Bagatelle mehr, denn wenn bei starken Regen dann diese Abfälle Vorfluter und Abflüße verstopfen und dadurch Wege und Grundstücke überflutet werden, dann sind die Schäden groß. Wenn dann der Verursacher ermittelt wird, wird es teuer.
Als gegen Mittag das Wetter schlechter wurde kamen die einzelnen Gruppen, teilweise mit Anhängern voll Abfall, zum Feuerwehrhaus, wo schon ein deftiger Imbiß auf die fleißigen Helferinnen und Helfer wartete.

 

 

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Manfred Anschütz als Gast in der Spennstobb

Hau werd mol wirrer Pladd geschwaßd !!!

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Brigitte Funk begrüßt Manfred Anschütz
in der Beilsteiner Spennstobb

Gut, daß die Spennstobb diesmal im Gasthaus Krebs und nicht in Simoms Haus stattfand. Die vielen Besucherinnen und Besucher hätten in der gut Stobb gar nicht alle einen Platz gefunden. Brigitte Funk, die auch im VEMuK Vorstand ist, begrüßte den 2. Vorsitzenden Manfred Anschütz, der aus dem Ortsteil Ulm stammt. Der löste das Rätsel: Was ist VEMuK? Es ist eine Abkürzung für: Verein zur Erhaltung der mittelheßischen Mundart und Kultur.
Der Verein definiert seine Ziele so:
Die mittelheßische Mundart in Sprache, Literatur, Darstellung und Gesang zu erhalten und zu fördern.
Pflege und Sammeln von alten Schriften, Sitten und Gebräuchen.
Treffen und Gedankenaustausch mit regionalen Heimat-, Tanz und Mundartvereinen.
Organisation von Außtellungen, Vortrags-, Lese- und Gesangsabenden.
Diskußionen in Schulen und öffentlichen Einrichtungen.
Über hundert Mitglieder, nicht nur aus Mittelheßen, darunter viele Vereine aus der Region, gehören dazu.

Manfred Anschütz berichtete über sich und seine Kindheit im ländlichen Ulmtal. über besondere Ereigniße wie das Hochwaßer bei der Schneeschmelze und erzählte Anekdoten über Originale aus dem Dorf. Auch Brigitte Funk erzählte Geschichten aus ihrer Kindheit auf dem hohen Westerwald und da zeigte sich, wie sehr sich die Mundart doch von Ort zu Ort unterscheidet.
Ewald Heuser las ein Gedicht von Alfred Dietermann vor und erzählte von Beilsteiner Originalen, die die Älteren unter den Besuchern zu Teil noch gekannt hatten.
Auch Hanni Engelhard aus Arborn hat ihre Wurzel wenigstens von Mutters Seite her in Beilstein und erzählte von einem Besuch bei der Beilsteiner Oma. Dazu kamen selbstverfaßte Gedichte. Sie hat das Talent, aus allem ein Gedicht zu machen, sogar aus einem Beinbruch ausgerechnet zum runden Geburtstag. Ein lebhaftes Gespräch schloß sich an, wie üblich dreisprachig: Hochdeutsch, Platt unn iwwer die Leud.

Zum Abschluß lud Manfred Anschütz noch zum nächsten Stammtisch des VEMuK ein. Der trifft sich am 26 April um 13.30 Uhr an der Burg Hohensolms zu einer Burgführung . Gäste sind immer willkommen. Wer an der Führung teilnemen möchte, sollte sich auf jeden fall Rücker Helga Tel:06446/2110 oder bei Marlit Hoffmann Tel: 06449/71000  Marlit@Hoffmann-Daubhausen.de anmelden.

 

 

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Jahreshauptversammlung am 15. Februar 2008

 

Vorstand
Der Vorstand des HGV Beilstein

Mit großer Einmütigkeit wurde bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins am 15. Februar der Vorstand gewählt. Der Wahlvorstand Johannes Arns, unterstützt von Gerhard Dietermann und Egon Clees, brachte die fälligen Vorstandswahlen zügig über die Bühne. Martin Kröckel wurde einstimmig als Vorsitzender im Amt bestätigt. Das war vielleicht auch eine Reaktion der Vereinsmitglieder auf die letztendlich unberechtigten Vorwürfe von außen, er habe als Bürgermeister und Vereinsvorsitzender Amt und Ehrenamt vermischt. In den Berichten des Vorstandes sagte Ewald Heuser für den Bauaußchuß, daß der Verein der Gemeinde viel mehr gegeben habe, als die Gemeinde dem Verein. Auch der restliche Vorstand wurde einmütig gewählt, wobei es nur wenige Änderungen gab: An Stelle von Dr. Klaus Schmidt, der jetzt für die Öffentlichkeitsarbeit und den Internetauftritt des Vereins zuständig ist, wurde Astrid Schaffarz, die zusammen mit Margit Kuntz die Spennstobb organisiert, zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, Kerstin Rudolph bleibt Schriftführerin, Reiner Becker führt weiter die Kaße, sein Stellvertreter ist Jens Ufer. Ewald Heuser betreut das Archiv des Vereins und als weitere Beisitzer wurden Margit Kuntz, Hilmar Koch-Blötz, Erich Koob, Brigitte Rumpf, und an Stelle von Gabi Aff, die nicht mehr antrat, Brigitte Funk ebenso einstimmig gewählt.

Wichtiger Programmpunkt der Jahreshauptversammlung waren die Ehrungen. Während Else Hartmann und Michael Schauß, die seit 25 Jahren im Verein sind, nicht anwesend sein konnten, durfte Klaus Schmidt als letzte Amtshandlung als Stellvertretender Vorsitzender Martin Kröckel für 25-jährige Mitgliedschaft ehren. Er nahm die Gelegenheit wahr, Martin Kröckel für die ausgezeichnete Arbeit zu danken, die sich unter anderem an der deutlich gestiegenen Mitgliederzahl (derzeit 141) zeigt.

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Werner Heuser wird Ehrenmitglied

Ewald Heuser hatte in seinem Bericht über die Arbeiten an Simons Haus schon auf die vielen freiwilligen Arbeitßtunden hingewiesen, die von Mitgliedern, aber auch von Nichtmitgliedern erbracht wurden. Rekordhalter war Werner Heuser mit 428 Stunden, gefolgt von Ewald Heuser mit 338 Std, Joachim Scheufler mit 250 Std und Günter Hermann mit 61 Std. Die beiden letzten sind nicht im Verein, aber sehr für den Erhalt und die Renovierung des Hauses engagiert. Werner Heuser wurde von der Versammlung einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt und erhielt neben einer Urkunde auch einen Präsentkorb. Präsentkörbe gab es auch für Ewald Heuser, Joachim Scheufler und Günter Hermann, der leider nicht anwesend sein konnte.

 

 

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Ewald Heuser und JoachimScheufler
werden für ihren Einsatz an Simons Haus geehrt

Bei den Arbeiten in und an Simons Haus wurde das Dach repariert, im ehemaligen Stall der Lehmboden um rund 50 cm tiefer ausgeschachtet, Drainage und ein Betonboden eingebracht, die Wände isoliert und verputzt, Toiletten sowie neue Fenster eingebaut und Waßer-, Abwaßer- und elektrische Installationen erneuert. Dabei wurde auch der Hof und die Einfahrt neu gestaltet und mit den alten Pflastersteinen und Verbundpflaster neu gestaltet. Ohne die vielen freiwilligen Arbeitseinsätze und die Spenden von Firmen, die mit Maschinen, Material und auch Bargeld die Arbeiten erst ermöglichten, hätte der Verein diese Arbeiten nicht leisten können. Auch die Haußammlung im Dezember hat gezeigt, daß viele Beilsteiner, nicht nur die Vereinsmitglieder, die Bemühungen um Simons Haus fördern wollen. Allen Spendern sei hier nochmals herzlich gedankt. Obwohl die meiste Arbeit im letzten Jahr in Simons Haus gesteckt wurde, kamen auch Kirmes, Markt und die Spennstobb mit ihren vielen Veranstaltungen nicht zu kurz und wurden in den Jahresberichten auch erwähnt. Auch im neuen Jahr sind wieder viele Veranstaltungen geplant, die auch jeweils aktuell im Internet unter www.hgv-beilstein.de und in den Greifensteiner Nachrichten angekündigt werden.

 

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Schorbmous-Eßen am 9.Februar.

Schorbmous-1
Volle Schüßeln mit Schorbmous und
große Platten mit Fleisch waren die Garantie,
daß niemand hungrig nach Hause gehen mußte

Zoum Partykeller-Schorbmousfeste
grüß aich herzlich alle Gäste.
Wie schnell gihd doch e Joahr vorbei
medd schlechde un medd schihne Doache.
Nu setze mer wirrer u derr Reih,
dou Goures uß fier Zung un Moache,

Woas froihjer hej der Alldoag wor,
dodraus wern alleweil die Feste;
Buhne, Schorbmous, Sauerkraut
woar us vo Kend off schu vertraud,
de mierschte vu uß werrns noch weße
un ahch im Läwe nedd vergäße.

 

 

 

 

Schorbmous-2
Die Köchinnen (v. l) Margit Kuntz,
Christel Menger - mit Blumenstrauß -
Irene Heuser und Astrid Schaffarz sorgten für
das leibliche Wohl der vielen Gäste.

Doch woas su enn Mohlzeit schmackisch mächt
eß Salzflaasch un e Reppche
un vu derr Flaaschbroih gidds fierher noch
en Deller voll merrem goure Seppche.

Wej seij de Zeire fiernehm worrn,
de Leu un ahch des Äße.
doa gen su manch Rezept verlorn
der Geschmack un ahchs Intreße,

Goud, derres weil noach Minsche gidd
dejs Jingern noach konn weise:
des Schorbmous aus derr staonen Bidd
däs wonn mer huch hau preise.

Drimm es bei Mengersch hau woas los,
es zehjt e Duft leicht dorch de Noase
der hoad ahch mein Abbedidd geweckt.
Aich hoffe, ihr hoad ahch fier maich gedeckt.

Dej Köchinne sei herzlich gedankt
ach Mengersch fier ihr Gastlichkeit
Mier freue uß schu, däs eß doch kloar
offs Schorbmousäße im nächste Joahr.

Mit ihrem Gedicht hat Hanni Engelhard aus Arborn schon das Wichtigste über das diesjährige Schorbmouseßen der Beilsteiner Spennstobb berichtet. Etwa dreißig Gäste waren in Mengers Partykeller, etliche nahmen auch Eßen für die ganze Familie mit nach Hause. Für das "goure Seppche vierher", eine gehaltvolle Graupensuppe, hatte Irene Heuser gesorgt, zum Schorbmous gab es Schweinekoteletts und Eisbeine, für die gute Verdauung sorgte der herzhafte "Daawener" (Dauborner Korn) hinterher. Astrid Schaffarz von der Spennstobb dankte Christel Menger mit einem großen Blumenstrauß für ihre Mühe. Um im Originalton zu bleiben:

Des Schorbmousäße fällt net aus,
mier freue uß, des eß doch kloar
uffs Schorbmousfest em nächste Joahr
wann alles klappt, enn "Simons Haus".

Für Nicht-Westerwälder: Schorbmous, auch Schoabmous oder Lappmous genannt: Weißkraut- und Wirsing-Köpfe, die sich nicht ganz dicht geschloßen hatten und deshalb auch nicht gut für den Winter eingelagert werden konnten, wurden nach alter Tradition grob geschnitten und mit Salz in Steinguttöpfe eingepreßt. Dort haben sie seit dem Herbst eine Milchsäuregärung ähnlich wie Sauerkraut durchgemacht und wurden so zu einem vitaminreichen und haltbaren Lebensmittel, das in früheren Zeiten gerade im Spätwinter, wenn es kein frisches Obst und Gemüse mehr gab, ein wichtiger Vitaminlieferant für die Menschen war.

 

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Adventskaffee des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins

Kaffee-2
Der Basar bot reiche Auswahl
(v.L.) Brigitte Schmidt, Astrid Schaffarz,
Margit Kuntz und Ellen Reips.

Der Saal im Beilsteiner Dorfgemeinschaftshaus war am Sonntag Nachmittag beim traditionellen Adventskaffee des heimat- und Geschichtsvereins bis zum letzten Platz besetzt. Das lag sicher auch am Wetter, das richtig zu einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen einlud. Ein abwechslungsreiches Programm sorgte dafür, daß es niemand langweilig wurde. Astrid Schaffarz und Margit Kuntz von der "Beilsteiner Spennstobb" hatten den Nachmittag organisiert und neben Kaffee und (von den Frauen aus dem Verein gespendeten) Kuchen in reicher Auswahl war auch für Unterhaltung gesorgt. Das Akkordeonensemble des Akkordeonorchesters Westerwald sorgte für den den musikalischen Rahmen, und Hanni Engelhard, Margit Kuntz und Brigitte Funk trugen mit heiteren und besinnlichen Gedichten zur guten Stimmung bei.

 

 

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Brigitte Funk und der
"Chreasbaamstenner bead Musik"
Kaffee-1
Hanni Engelhard und das Akkordeonensemble

 

Besonderen Heiterkeitserfolg erzielte Brigitte Funke mit dem Gedicht über den außer Kontrolle geratenen musikalischen Christbaumständer, auch weil sie einen alten Original-Christbaumständer mitgebracht hatte, der mit zarten Spieluhrklängen den Vortrag untermalte. Dieses Gerät war aber gut gewartet und benahm sich ganz manierlich.

 

Alle Aktivitäten des Heimat- und Geschichtsvereins finden zu Gunsten der Arbeiten in und um Simons Haus statt. Auf einer Bilderwand waren die bisher geleisteten Arbeiten dokumentiert, die genau ein Jahr zuvor mit den Sicherungsarbeiten am Dach begonnen wurden. Ewald Heuser stellte in einer kurzen Chronologie alle Arbeiten vor, die in diesem Jahr meist auf der Basis von freiwilligen Arbeitseinsätzen nicht nur der Vereinsmitglieder geleistet wurden. Auch der Erlös des Adventskaffees und des Basars im kleinen Saal des Dorfgemeinschaftshauses geht in voller Höhe in die Kaße für Simons Haus. Viele Bastel- und Näharbeiten, selbstgebackene Plätzchen und Lebkuchenhäuser sowie von Ewald Heuser liebevoll gestaltete Adventsgestecke fanden begeisterte Abnehmer. Daß es ein rundum gelungener Nachmittag war, und alle sich gut unterhielten, zeigte sich daran, daß die Gäste bis zum frühen Abend blieben.

 

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Erste Vorstandßitzung in Simons Haus

 

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Erste Vorstandßitzung im neuen Haus

Am Montag dem 12. März fand die erste Vorstandßitzung im "ne

Jahreshauptversammlung am 2. Februar 2007

 

Ehrung
Ehrenmitglied Kurt Zimmermann
uen" alten Haus statt. In der Wohnstube saß man eng aber gemütlich und besprach - natürlich - die notwendigen Bau- und Umbauarbeiten an Simons Haus. Es ist erfreulich, daß so viele Helfer bei der schweren Arbeit mit anpacken. Der ehemalige Stall wird ins mühsamer Handarbeit ausgeschachtet, trocken gelegt und mit neuen Fenstern versehen. Dort soll ein größerer Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen und Sitzungen entstehen, dazu kommen auch die notwendigen sanitären Anlagen. In der nächsten Zeit sind noch umfangreiche Arbeiten erforderlich, bis die Räume benutzbar sind. Bisher trifft sich die Spennstobb und der Vorstand noch in recht beengten Verhältnißen in der Küche oder der ehemaligen guten Stube des Hauses. Auch das Dach muß noch um den Schornstein abgedichtet werden und die verschiedenen Zimmer gründlich entrümpelt werden. Dabei muß genau sortiert werden, was Sperrmüll ist und was auf keinen Fall weggeworfen werden darf. Über die Fortschritte beim Bau wird unter geplant und durchgeführt ausführlich berichtet.

 

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