Flurnamenwanderung mit Wolfgang Donner
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Jedes Jahr lädt der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein zu einer Flurnamenwanderung im Frühjahr ein. Wolfgang Donner kennt sich mit den alten Flurnamen, wie sie vor der Flurbereinigung üblich waren, sehr gut aus und kann auch die meisten Dialektausdrücke im heimischen Platt erklären. An diesem Samstag konnte der Vorsitzende Martin Kröckel wieder eine größere Wandergruppe begrüßen, diesmal am ehemaligen Backhaus in Rodenberg. Wolfgang Donner führte die Gruppe entlang der Gemarkungsgrenze zwischen den beiden Dörfern Beilstein und Haiern, die auch bis ins 19 Jahrhundert bis auf wenige Unterbrechungen die Landesgrenze zwischen den beiden Herrschaften Nassau-Dillenburg und Nassau-Beilstein, später Nassau-Diez gewesen war. Heute ist die Gemarkungs- und ehemalige Landesgrenze nicht mehr leicht zu erkennen, weil sich Wiesen und auch Wald oder Hecken auf der ganzen Fläche erstrecken und selbst die ehemaligen Wege, die die Flurstücke begrenzten, teilweise zugewachsen sind. Nur noch an den Grenzsteinen, soweit sie nicht ganz zugewachsen sind, kann man die einzelnen Parzellen erkennen. Früher wusste jeder genau, in welchem Flurstück wer wieviel Land besaß, aber heute in Zeiten der Satellitennavigation kann man ohne großen Aufwand jedes Stück zentimetergenau finden. Zum Glück wurde schon um 1930 ein Projekt gestartet, bei dem die Dorfschullehrer aufgefordert waren, die alten Flurnamen im heimischen Dialekt aufzuzeichnen. Diese Listen und alte Karten helfen heute weiter, wenn es um alte Flurnamen geht. Diese Namen waren oft sehr genaue Beschreibungen der Qualität, der Nutzung und der Besitzverhältnisse. Namen wie Triesch beschreiben schlechtes Land, das oft mehrere Jahre brach liegen musste, ehe es wieder Ertrag brachte. Seifen waren nass Wiesen mit Quellen und sumpfigen Stellen, aus denen Wasser floss, mit Struth bezeichnete man oft nasse oder steinige Buschwälder mit geringem Ertrag. Begriffe wie Flachsacker erklären sich selbst und Hermes-Wiese gehörte der Familie Hermann - mundartlich Hermes genannt.
Auf dem Rundweg zwischen Haiern und Rodenberg gab es eine guten Überblick über große Teile der beiden Gemarkungen mit den entsprechenden Erläuterungen von Wolfgang Donner und etlichen älteren Mitwanderern, die noch genau wussten, wie die einzelnen Stücke vor der Flurbereinigung hießen und wie sie genutzt wurden.
 
Schorbmus einschneiden in Simons Haus
"Wer im Sommer Kappes klaut, hat im Winter Sauerkraut"; sagt ein etwas boshaftes Sprichwort. Das hat die Beilsteiner Spennstobb nicht nötig, denn sie bekommt jedes Jahr reichlich Kraut gespendet. Die Arbeit aber bleibt, denn wer im Winter wieder Schorbmus essen möchte, der muss im Herbst viel Kraut in die Steinguttöpfe einlegen. Diese Arbeit ist für Donnerstag den 13. Oktober vorgesehen. Um 17 Uhr treffen sich hoffentlich - hoffentlich – möglichst viele freiwillige Helferinnen und Helfer, um das Kraut klein zu schneiden und mit Salz in die Steinguttöpfe einzustampfen. Dazu sind auch etliche starke Männer als Helfer erwünscht, denn das Kraut muss möglichst dicht und ohne Lufteinschlüsse in die Gefäße eingedrückt werden, damit es im kühlen Keller eine ordentliche Milchsäuregärung durchläuft und nicht verdirbt.
Da im letzten Jahr die ca. 140 Portionen Schorbmous in kurzer Zeit alle weg waren, wird in diesem Jahr sicher nicht weniger Kraut verarbeitet. Dafür werden viele fleißige Hände gebraucht. Da aber die Arbeit auch durstig macht und die Spennstobb ja auch immer eine gesellige Veranstaltung ist, wird es sicher auch in diesem Jahr keine "trockene" Arbeit werden. Die Spennstobb des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins hofft, dass möglichst viele Helfer, nicht nur die üblichen Vorstandsmitglieder, zum Schorbmous Einschneiden zu Simons Haus in der Westerwaldstraße kommen.  
 
Spennstobb am 25. August Vortrag über das Herbstlabyrinth
 
Wenn die Spennstobb des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins zu Vorträgen einlädt, kommen gewöhnlich auch viele Besucher aus anderen Orten, denn dann geht es immer um interessante Themen. So war auch am Donnerstag Abend der Saal der Gaststätte Held bis auf den letzten Platz besetzt als Maximilian Thomas über das Breitscheider Höhlensystem "Herbstlabyrinth-Adventshöhle" berichtete. Unterstützt von Joel Thielmann an der Technik zeigte er eine Präsentation des Vereins "Zeitsprünge" die er durch eigene Bilder ergänzt hatte. Trotz seiner Jugend, er bereitet sich derzeit auf sein Fachabitur vor, leitet er auch Führungen in Hessens größter Schauhöhle und hat sich ein beachtliches Fachwissen angeeignet.
Im ersten Teil seines Vortrages ging Maximilian Thomas auf die Erforschungsgeschichte und die Entstehung der Höhlen ein. Im Perm war die Gegend um Breitscheid von Meer bedeckt und zwischen Erdbach und Langenaubach erstreckte sich ein Korallenriff. Dieses Riff wurde im Lauf der Jahrmillionen durch geologische Vorgänge wie Hebungen und Vulkanismus zusammen grdrückt und bildet nun eine große Masse fast reinen Kalkes, der auch zwischen Erdbach und Medenbach abgebaut wird. Bei Sprengungen in diesem Steinbruch wurde 1993 zuerst die Adventshöhle und 1994 das Herbstlabyrinth angeschnitten. Diese beiden Höhlen stehen in Verbindung und bilden mit einer Gesamtlänge von 6400 meine der längsten Höhlen Deutschlands. Entstanden sind die Höhlen dadurch, dass über sehr lange Zeiten Wasser mit gelöster Kohlensäure in die feinen Risse und Spalten des massiven Kalksteines eindrang und ihn langsam auflöste. Wenn der Wasserstand in den Hohlräumen sank, weil es einen Abfluss fand und zu wenig Wasser nachfloss, dann entstanden Hohlräume, bei denen das lose Material so lange abbrach, bis die Höhlen stabil waren. Deshalb entstehen solche Karsthöhlen immer von oben nach unten. Am Erdbach kann man solche Vorgänge beobachten. Er verschwindet in Breitscheid mit 40 Liter/Sekunde und kommt in Erdbach mit 80 L/Sek wieder zu Tage, was zeigt, dass es unterirdische Zuflüsse aus anderen Hohlräumen gibt.
Nachdem zuerst nur Höhlenforscher mit Spezialausrüstung dieses Höhlensystem begehen und erforschen konnten, entstand der Verein Zeitsprünge mit dem Ziel, wenigstens einen Teil der wunderbaren Tropfsteinhöhle für Besucher zugänglich zu machen. Nachdem zuerst nur Höhlenforscher mit Spezialausrüstung dieses Höhlensystem begehen und erforschen konnten, entstand der Verein Zeitsprünge mit dem Ziel, wenigstens einen Teil der wunderbaren Tropfsteinhöhle für Besucher zugänglich zu machen. Mit großem Aufwand wurde die große Halle des Herbstlabyrinthes durch einen Stollen und Treppen für Besucher zugänglich gemacht und eine aufwändige LED-Beleuchtung installiert. Diese Beleuchtung hat mehre Vorteile: Man kann die Strukturen gezielt beleuchten und die LED Lampen erzeugen keine Hitze, so dass es nicht zur Bildung von Moosen und anderen pflanzlichen Belägen auf den filigranen Sinterstrukturen kommt. Die große Halle ist nur eine von vier Ebenen und der einzige Bereich, der allgemein zugänglich ist, wenn auch nur in geführten Gruppen. Die anderen Bereiche des Höhlensystems sind den Speläologen und anderen Fachwissenschaftlern vorbehalten.
 
Woll-und Krammarkt 2011
 
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Vor genau 25 Jahren, im Sommer 1986 richtete der Heimat und Geschichtsverein Beilstein den ersten Woll- und Krammarkt der Neuzeit aus. Seit dem Mittelalter hatte Beilstein Stadt- und Marktrechte, die aber nach dem dreißigjährigen Krieg erloschen. Nur der Wollmarkt an Johanni hielt sich bis ins 18. Jahrhundert. Rund zweihundert Jahre nach dem letzten Beilsteiner Markt brachte der Heimat- und Geschichtsverein die Idee wieder zum Leben, einen eigenen Markt abzuhalten. Deshalb liegen die Marktrechte auch beim Verein, der jedes Jahr mit einer Menge ehrenamtlicher Helfer diesen Markt durchführt. Von Anfang an wurde der Markt mit einem Marktsegen bzw. einem Marktgottesdienst und einem Trompetensignal eröffnet. Ebenso gehört es zur Tradition des Marktes, dass nicht nur die üblichen Verkaufsstände aufgebaut werden sondern die örtlichen Vereine auch immer für Verpflegung von süß (Kuchen, Waffeln) bis herzhaft (Schnitzel, Bratwurst) sorgen. Der Heimat- und Geschichtsverein bietet traditionsgemäß als Westerwälder Spezialität Eierkäs und "Haierener Vertel" - eine beeindruckende Portion Fleischwurst mit Brot - an.
Zur Tradition ist es auch geworden, jeweils eine Sonderschau aufzubauen. Das reichte von alten Motorrädern oder Landmaschinen bis hin zu historischen Fotographien. Seit einigen Jahren wird der Markt unter einem bestimmten Thema gestaltet. In diesem Jahr ist es der Bauerngarten. Die Gärtnerei Enners hat sich wieder etwas einfallen laßen und wir dürfen gespannt sein, was in diesem Jahr den Basaltbrunnen im Park zieren wird. Auch sonst sind die Schwerpunkte auf Stände ausgerichtet, die sich mit diesem Thema befaßen. Dazu kommen etliche Händler, die fast seit dem ersten Markt jedes Jahr wieder kommen, weil ihnen der zwar nicht riesengroße, aber sehr familiäre Markt gefällt und die inzwischen auch ihre Stammkunden haben.
In diesem Jahr wird, wie üblich, der Markt am Sonntag dem dritten Juli mit dem Marktgottesdienst eröffnet. Jetzt muß nur noch das Wetter mitspielen, damit die möglichst viele Besucher zum Beilsteiner Woll- und Krammarkt ins Ulmbachtal zwischen Sportplatz und Burg kommen.
 
Der Vorstand in Hachenburg
 
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| An Brunnen im Landschaftsmuseum |
Die Renovierung von Simons Haus in Beilstein macht gute Fortschritte und für die Nutzung, auch als Museumsräume, werden die Detailarbeiten fällig. Deshalb war der Vorstand des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins einen Nachmittag im Landschaftsmuseum Hachenburg, um sich Anregung für den Aufbau der Exponate und die richtige Beleuchtung zu holen. Auch wenn in Beilstein wesentlich weniger Räume zur Verfügung stehen und auch kein Museumsbetrieb mit ständigen öffnungszeiten geplant ist, gab es doch eine Menge zu entdecken, was in der Zukunft auch in Simons Haus umgesetzt werden könnte. Darum wurde auch eifrig fotografiert und die Bilder werden in den nächsten Vorstandssitzungen als Diskussionsgrundlagen für die weitere Planung dienen. Es existiert schon ein Raumnutzungskonzept, aber die vielen Einzelheiten, die zu beachten sind, erfordern noch viel Planung und Arbeit und es muss auch noch einiges an Geld investiert werden, um das Konzept in ein ansehnliches Objekt umzusetzen. Schließlich ist Simons Haus eines der ältesten Häuser in Beilstein, dessen ursprüngliche Substanz weitgehend erhalten geblieben ist. Deshalb muss auch jede Planung auf den alten Zustand Rücksicht nehmen, auch wenn in fast 250 Jahren so mache Veränderung von den Bewohnern vorgenommen wurde. Schließlich war das Haus über 200 Jahre in Familienbesitz und bis vor etwa 10 Jahren ständig bewohnt.
 
Termine im April
 
Auch in diesem Jahr führt der Beilsteiner Heimat und Geschichtsverein wieder seine "Aktion saubere Landschaft" durch. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer – hoffentlich sind es diesmal mehr als in den vergangenen Jahren, wo vor allem die Jugendfeuerwehr sehr aktiv war - treffen sich dazu am Samstag dem 2. April an Simons Haus in der Beilsteiner Westerwaldstraße. Von dort geht es in verschiedenen Gruppen in die Gemarkung, um wieder einmal Abfälle und Müll einzusammeln. Auch wenn es in den letzten Jahren deutlich besser wurde, gibt es immer noch nachlässige und uneinsichtige Zeitgenossen, die ihre Abfälle in der Gemarkung einfach liegen lassen oder sogar absichtlich deponieren. Für die fleißigen Helfer/innen gibt es dann ab 12 Uhr einen Imbiss bei Simons Haus.
Ebenfalls am Samstag morgen wird bei Simons Haus wieder der Ostereierbaum aufgestellt. Kinder, die beim Schmücken helfen wollen, sind ab 11 Uhr herzlich willkommen.
Der Beilsteiner Heimat- und Geschichtsverein weist auch schon auf zwei weitere Veranstaltungen im April hin: Am Samstag dem 16. gibt es wieder eine Kräuterwanderung mit Dr. Klaus Schmidt, die um 14 Uhr an der Grillhütte oberhalb der Schule beginnt und an Simons Haus mit dem traditionellen selbstgemachten Kräuterquark endet.
Am 30. April findet ebenfalls ab 14 Uhr wieder eine Flurnamenwanderung mit Wolfgang Donner statt, die an der ehemaligen Gaststätte Hartmann ("City") in der Schlossstraße beginnt und endet.
 
57. Jahreshauptversammlung am 25. Februar.
 
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| Ehrungen: v. l. Siegfried Donner, Brigitte Schmidt, Ingrid Obst, Detlef Kunz, Joachim Grün, Alfred Lehnhardt, Waldemar Rödling, Vors. Martin Kröckel, stellv. Vors. Astrid Schaffarz, Horst Biermas. |
Bei der 57. Jahreshauptversammlung des Beilsteiner Heimat- und Geschichtsvereins konnte der Vorsitzende Martin Kröckel am Freitag Abend eine ganz besondere Mitteilung machen: Waldemar Rödling übereignet sein privates Eisenbahnmusuem zur Geschichte der Ulmtalbahn dem Verein. Im Frühjahr wird es unter seiner Leitung in den schon vorbereiteten Raum in Simons Haus umziehen. Großer Beifall belohnte Waldemar Rödling, der schon seit vielen Jahren Mitglied des Vereins ist, für seine großherzige Spende. Einstimmig folgte die Versammlung dem Antrag des Vorstandes und ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Martin Kröckel überreichte ihm die Urkunde und ein Präsent. Für den Heimat- und Geschichtsverein ist das Eisenbahnmuseum ein wichtiger Bestandteil seiner Präsentation, weil die Ulmtalbahn über lange Zeit für die heimische Stein- und Tonindustrie der Haupttransportweg war und über Jahrzehnte die am meisten genutzte Verkehrsverbindung ins Lahntal war und somit für die Entwicklung des Ortes eine wichtige Rolle spielte.
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| Waldemar Rödling wird zum Ehrenmitglied ernannt |
In seinem Jahresbericht konnte Martin Kröckel über viele Aktionen des Vereins vom Schorbmous-Essen im Winter über Kräuter- und Flurnamenwanderung, Kirmes, Markt und Ferienpaßaktion bis hin zu Vorträgen berichten. Die meist recht rege Teilnahme an den Veranstaltungen zeigt doch, dass das Angebot des Vereins die Interessen der Bevölkerung trifft.
Auch Astrid Schaffarz von der Sennstobb konnte über rege Beteiligung bei den Veranstaltungen der Spennstobb für das letzte Jahr berichten.
Margit Kuntz berichtete aus dem Bauausschuß über die Fortschritte bei der Renovierung von Simons Haus. Auch wenn im letzten Jahr von außen nicht viel Veränderungen zu sehen waren, so ist doch im Haus viel paßiert und etliche Räume sind weitgehend renoviert. Besonders Werner Heuser hat wieder viele Stunden beim Innenausbau und den Renovierungen verbracht, das Treppenhaus ausgebaut und das Dach isoliert, so dass der Speicher auch bald genutzt werden kann, wenn der Fußboden fertig ist. Margit Kuntz überreichte ihm dafür ein besonderes „Danke-schön-Geschenk“ des Vereins. Ein kleiner Wermutstropfen kam dann doch in den Bericht: Es sit immer wieder die gleiche sehr kleine Truppe von Helfern, die bei der Renovierung aktiv sind. Oftmals würden, meist nur für kurze Zeit, mehr Hände gebraucht, um zum Beispiel Material ins Haus zu bringen oder bei Aufräum, Reinigungs- oder Anstreicherarbeiten mit anzupacken und Möbel zu rücken usw. Deshalb hatte der Vorstand schon bei der Einladung einen Zettel beigelegt mit der Bitte, wer wann helfen kann und vielleicht für bestimmte Arbeiten abrufbar ist. Der Aufruf gilt aber auch für Nichtmitglieder: Wer helfen will ist stets willkommen. Schließlich sei Simons Haus ein Gewinn für die ganze Gemeinde.
Nach den Berichten und der Entlastung des Vorstandes folgte ein wahrer Ehrungsmaraton: Neben Waldemar Rödling wurden noch Erwin Mayer und Günter Koob, die leider nicht anwesend sein konnten, für 50 Jahre Mitgliedschaft zu Ehrenmitgliedern ernannt. Dieter Staudt, Horst Mack und Horst Biermas sind seit vierzig Jahren im Verein aktiv. Fünfundzwanzig Jahre dabei sind: Brigitte Schmidt, Anke Schmidt, Ingrid Obst, Gerhard Dietermann, Wolfgang Dietrich, Siegfried Donner, Joachim Grün, Detlef Kunz, Alfred Lehnhardt, Georg Rill und Werner Stahl. Diejenigen, die am Freitag ihre Urkunde und ihr Geschenk nicht selbst abholen konnten, bekommen es in den nächsten Tagen vom Vorstand gebracht. Eine besondere Ehrung hatten die Damen der Spennstobb für Dorfmetzger Joachim Grün vorbereitet: Weil er die Veranstaltungen dern Spennstobb vom Schorbmous-Essen bis zum Weihnachtsmarkt immer mit großzügigen Fleisch- und Wurstspenden gesponsort hatte, überreichten sie ihm ein Bild von seiner Kirmeszugteilnahme und ein Sixpack Bier als Dankeschön.
Passend zum besonderen Ereignis des Abends schloss die Mitgliederversammlung mit der Multimediaschau von Dieter Pfeiffer über die Geschichte der Ulmtalbahn. Wie überall, wo diese Bilder bisher gezeigt wurden, waren die Zuschauer fasziniert von den alten und neue Bildern, die von Bau und Betrieb, aber auch von Abbau und Verfall der einst wichtigen Verkehrsverbindung berichteten.
 
Vortrag am 20. Januar in Simons Haus
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| Vortrag in Simons Haus |
Der große Raum in Simons Haus war am 20 Januar Abends voll besetzt, als Anita Bastian aus Münchhausen und Brigitte Funk aus Beilstein über alte Gesetze und Bräuche vortrugen. Anita Bastian hatte aus verschiedenen Quellen alte Rechtsvorschriften der naßauischen Landesregierung aus dem 17. und 18. Jahrhundert zusammengetragen. Immer wieder sah sich die fürsorgliche Regierung veranlaßt, den Bürgern bis ins kleinste vorzuschreiben, wie sie sich bei öffentlichen und privaten Feiern zu verhalten hatten. Es war ein Anliegen, daß die Bürger nicht mehr Aufwand trieben, als ihrem Stand und ihren Vermögensverhältnißen angemeßen war. So wurde genau vorgeschrieben, wie viele Personen bei Hochzeiten, Kindtaufen und Begräbnißen eingeladen und verköstigt werden durften. Anscheinend war es auch damals all zu oft üblich, daß die Betroffenen weit mehr Aufwand trieben, als sie sich leisten konnten. Auch war wohl die Unsitte des Alkoholmißbrauchs auch damals verbreitet und sorgte für unliebsames Aufsehen und unangenehme Zwischenfälle. Weshalb sollte es sonst bei hoher Geldstrafe verboten sein, daß Hochzeits- und Taufgesellschaften auf dem Weg zur Kirche nicht einkehren durften? Anscheinend war es aber so, daß diese gut gemeinten Vorschriften nicht beachtet wurden, denn die Regierung sah sich alle paar Jahre veranlasst, diese Vorschriften zu erneuern und die Strafandrohungen teilweise drastisch zu verschärfen.
Andererseits fühlte sich die Regierung wirklich für ihre Untertanen verantwortlich, wenn sie die Bürger und besonders die zuständigen Beamten aufforderte, für unverschuldet in Not gekommene Mitbürger, für Witwen und Waisen zu sorgen, so wie sie es sich für sich selbst wünschen würden. Waisenkinder sollten von Amts wegen in Pflege zu ehrlichen Familien gegeben werden, damit sie eine ordentliche Erziehung und Berufsausbildung erhielten. Bedenks- und vielleicht nachahmenswert ist auch die Vorschrift, dass Paten nicht einmal im Jahr ihren Patenkindern größere Geldbeträge schenken, sondern sich regelmäßig um das Wohlergehen ihrer Patenkinder kümmern sollten. Andererseits galt die Fürsorge nur den eigenen Landeskindern: Bettler aus dem Ausland, und das konnte bei der damaligen Kleinstaaterei schon das Nachbardorf sein, hatten nicht nur keinen Anspruch auf Unterstützung sondern durften sogar keine Almosen bekommen. Da war die Nächstenliebe auf einmal sehr eng reguliert.
Nach Anita Bastian sprach dann Brigitte Funk über ein ganz anderes Thema: Naujoarn. Dieses spezielle Gebäck, das vielfach zum Jahreswechsel mit den besten Wünschen verschenkt wurde, hat in unserer Region eine lange Tradition. In vielen Orten wurden Naujoarn in speziellen Eisen aus einem Roggenmehlteig gebacken und sahen ähnlich aus wie Knäckebrot, nur mit ganz eigenen Mustern und Sinnsprüchen auf der Oberfläche. Andernorts bestanden die Naujoharn aus Brot- oder Hefeteig. In jedem Fall war der Teig gewürzt, meist mit Salz, Pfeffer und Nelken. Der Heimatforscher Karl Löber hat im vorigen Jahrhundert über die damals schon in vielen Orten ausgestorbene Sitte des Naujoarn-Backens geschrieben und alle noch verfügbare Information zusammen getragen. Aber in einigen Orten gibt es diese Sitte noch heute und es gibt auch verschiedene Rezepte. Nach diesen Rezepten hatten dann auch einige Frauen Naujoarn gebacken, so daß dem theoretischen Vortrag gleich der praktische Versuch folgen konnten. Die verschiedenen Stücke wurde ausgiebig probiert und allseits gelobt.
 
Es gibt wieder Schorbmous
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| Schorbmous einschneiden vor Simons Haus |
Die Damen von der Beilsteiner Spennstobb haben am Donnerstag dem 7. Oktober wieder wie in jedem Herbst Schorbmous eingeschnitten. Auf großen Tischen vor Simons Haus wurde Weißkraut, Wirsing, und Grünkohl zerschnitten und mit Salz und viel Kraftaufwand in die Steingutgefäße gepreßt. Nun steht es im Kaller von Simons Haus um bei gleichmäßiger Temperatur eine Milchsäuregärung durchzumachen. Wenn es fertig ist, wird es mit einer ordentlichen Portion Fleisch und Kartoffeln zum beliebten und deftigen Eintopf. Im Januar lädt die Spennstobb dann wieder, wie in jedem Jahr, zum Schorbmous-Eßen ein. In den vergangenen Jahren hat es sich in Beilstein und Umgebung herumgesprochen, daß der Heimat und Geschichtsverein im Winter ein großes Schorbmous-Eßen veranstaltet und daher wurde entsprechend viel Kraut eingestampft, damit es auch diesmal wieder für alle reicht.
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